Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Regiestelle Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung

Für die Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung in Deutschland werden neben gesetzgeberischen Maßnahmen durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Programme aufgelegt, um das System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung gezielt in unterschiedlichen Feldern und Qualitätsdimensionen zu fördern. Folgende Programme sind zum 1. Januar 2016 gestartet:

  • Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“
  • Bundesprogramm „Kita-Plus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“
  • Bundesprogramm „Kindertagespflege: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“

Das Ziel des Bundesprogramms „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ liegt in der Verbesserung der Angebote sprachlicher Bildung in Kindertageseinrichtungen und der Qualität der Kindertagesbetreuung. Durch das Programm werden den beteiligten Kindertageseinrichtungen zusätzliche personelle Ressourcen mit einem spezifischen Förderauftrag zur Verfügung gestellt. Dies schafft im Rahmen eines Modellprojekts die Grundlage dafür, Kindertageseinrichtungen zu „Sprach-Kitas“ weiterzuentwickeln und sie durch spezialisierte Fachberatungen in den Handlungsfeldern sprachliche Bildung, Zusammenarbeit mit Familien und inklusive Erziehung und Bildung zu unterstützen.

Im Bundesprogramm „KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“ werden mit einer Laufzeit von drei Jahren zukunftsfähige Konzepte für bedarfsgerechte Betreuungszeiten gefördert. Diese können von einer Ausweitung der Öffnungszeiten pro Wochentag über Betreuungsmöglichkeiten am Wochenende und an Feiertagen bis hin zu einem Betreuungsangebot reichen, das auch Nachtzeiten umfasst. Neben Personal- und Sachmitteln fördert das BMFSFJ die Ausstattung, die für die Umsetzung des erweiterten Angebots erforderlich ist. Von Beginn der Betreuung bis in den Schulhort sollen zusätzliche, am Bedarf der Familien ausgerichtete Betreuungsangebote in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege geschaffen werden.

Kommunen, die neue Tagespflegepersonen nach dem kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (QHB) qualifizieren oder bereits tätigen Tagespflegepersonen eine Weiterqualifizierung ermöglichen möchten, können im Rahmen des Bundesprogramms „Kindertagespflege: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ eine Förderung erhalten.  Das Deutsche Jugendinstitut hat das kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch (QHB) mit 300 Unterrichtseinheiten erarbeitet, das Tagespflegepersonen besser auf ihre Tätigkeit vorbereitet und ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnet. In einem regionalen Entwicklungsplan werden durch die teilnehmenden Modellkommunen Maßnahmen und Ziele zur Umsetzung des QHBs und zur Einbindung relevanter Akteure, insbesondere zur Kooperation zwischen Kindertagespflege und Kitas, festgehalten. Zusätzlich setzen die Kommunen weitere Handlungsfelder zur Weiterentwicklung der strukturellen Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege im Programmverlauf um (z.B. Inklusion, Qualitätssicherung der Fachberatung, Festanstellung von Tagespflegepersonen).

Im Rahmen der Regiestelle Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung werden seit Anfang 2017 folgende weitere Programme begleitet:

  • Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“
  • Bundesmodellprogramm „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“
  • Initiative "Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften“

Mit dem Bundesprogramm „Kita-Einstieg – Brücken bauen in frühe Bildung“ sollen Angebote entwickelt und erprobt werden, die den Einstieg von Kindern in das deutsche System frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung vorbereiten und ermöglichen. Familien mit Fluchterfahrung sowie mit besonderen Zugangsschwierigkeiten zum System der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung werden an dieses herangeführt, die gesellschaftliche Integration und Partizipation der Familien gefördert. Durch das Programm soll darüber hinaus auch die Kompetenz der pädagogischen Fachkräfte im Umgang mit Vielfalt gestärkt werden.

Mit Hilfe des Bundesmodellprogramms „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ sollen aufsuchende/niedrigschwellige Begleitungs- und Beratungsangebote gemeinsam von einem Elternbegleitungsnetzwerk aus Einrichtungen der Familienbildung, Familienzentren, Kitas, Mehrgenerationenhäuser, Elternschulen unter Einbindung von Migrantenselbstorganisationen, Migrationsberatung und Grundschulen entwickelt, koordiniert und in Absprache mit der für die jeweilige Kommune verantwortlichen Verwaltungseinheit umgesetzt werden. Durch eine Kooperation von hauptamtlichen Fachkräften in den genannten Institutionen mit ehrenamtlichen Personen kann der niedrigschwellige Zugang zu zugewanderten Familien – beispielsweise durch Familien- und Bildungspartnerschaften – häufig erleichtert werden.

Ziel der Initiative "Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften“ ist es, durch Implementierung von Schutzkonzepten in Flüchtlingsunterkünften den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen zu verbessern und durch Einrichtung von kinderfreundlichen Orten Kindern und Jugendlichen strukturierte Lern- und Spielangebote zu schaffen. Die Initiative sieht insbesondere vor, das Personal in Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Fragen des Kinderschutzes zu schulen und für Fälle von Gewaltanwendung zu sensibilisieren.

Allen Programmen gemeinsam ist das Ziel, die Qualität des Systems der frühkindlichen Betreuung und Bildung zu unterstützen um auf diese Weise die Bildungsintegration, das kindliche Wohlbefinden und die Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern zu steigern.

Die Regiestelle Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ist mit der inhaltlich / organisatorischen Durchführung als auch der finanzadministrativen Begleitung der Bundesprogramme betraut. Neben der gemeinsamen Gestaltung und Darstellung der Programme, dem Transfer des Know-How und der Herstellung von Querbezügen zwischen den Programmen bietet die Regiestelle die zugehörigen  Beratungs- und Unterstützungsleistungen ggü. den Zuwendungsempfänger/innen an, ist für ein  qualitativ hochwertiges Monitoring sowie eine systematische Auswertung der Daten durch Verwaltungssysteme verantwortlich und erbringt Unterstützungsleistungen im mittelverwaltenden Bereich.

Die Regiestelle Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) setzt die genannten Programme mit einem Fördermittelvolumen von 522,5 Mio. Euro innerhalb einer Gesamtlaufzeit vom 01.03.2016-28.02.2020 um.

Die Regiestelle wird getragen durch:

  • Stiftung SPI - Sozialpädagogisches Institut Berlin - Walter May (inhaltliche Programmbegleitung)
  • gsub - Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung mbH (finanztechnisches Fördermittelmanagement)

Ansprechpartner/-innen

gsub mbH
Kronenstr. 6
10117 Berlin

Projektleitung
Michael Reher
Tel: +49 (0) 30-284 09-520
E-Mail: michael.reher(at)gsub.de 

Projektkoordination
Sven Raddatz
Tel: +49 (0) 30-284 09-517
E-Mail: sven.raddatz(at)gsub.de

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